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Eine Erzählung „Als die Engel in mein Leben kamen“

(in Arbeit)

Vorwort: "Die Befreiung meiner Mutter" von Stephanie Weiser

Inhalt:

01. Das kranke Kind

02. Das Kommunionkind

03. Hippie sein, Kriegsdienstverweiger sein, aus der Kirche austreten

04. Der erste Engel zieht bei mir ein

05. Meine Tochter wird in München geboren

06. Meine Tochter wird getauft

07. Mein Wiedereintritt in die Katholische Kirche

08. Meine 70plus-Vision 2021: Ein virtuelles Museum für Volksfrömmigkeit

Mein Museum für Volksfrömmigkeit (in Arbeit)

09. Die Engelsammlung Erzengel Engel, betend, wachend, verehrend Engel, beschützend und frohlockend Putten Grabengel Engelfiguren

10. Sammlung Engelbilder

11. Sammlung Heiligenbilder

12. Sammlung Christusbilder

13. Sammlung Devotionalien (Andachtsgegenstände)

14. Sammlung Weihwasserkessel

15. Sammlung Andachtsbildchen

16. Sammlung Literatur

17. Gebete-Sammlung

01. Das kranke Kind

Ich war ein krankes Kind, 1950 geboren. Meine Mutter war 37 Jahre alt, als ich als fünftes Mädchen in einem kleinen Dorf im unteren Allgäu zur Welt kam. Eine Hausgeburt, Anfang Januar und die ganze Familie war dabei. Eine Hebamme, Frau Kosian, half und es war 19:00 Uhr abends. Niemand schlief. Unser Zuhause bestand nur aus 3 Räumen. Einer großen Küche, einem Kinderzimmer und einem Schlafzimmer für die Eltern. Wir waren arm. Wir waren "Flüchtlinge" aus dem Sudetenland. Ich wurde schnell getauft, das war üblich. Meine Mutter war schwach, sah elend aus, eine Babyfoto gab es nicht, man hatte Angst, ich würde vielleicht bald sterben. Mein Vater hatte einer Ordensschwester, die ihn in einem Lazarett nach dem verlorenen Krieg pflegte versprochen, sollte er überleben und er nochmals Vater einer Tochter werden, würde er sie nach ihr, also "Melitta" nennen. Für Schwaben auf dem Standesamt ein ungewöhnlicher Name, "sicherheitshalber" erhielt ich als Zweitnamen noch den Vornamen der Mutter meines Vaters "Anna". Daran sieht man, daß es meiner Mutter nicht gut ging, sie überliess alles meinem Vater. Für meine vier älteren Schwestern war ich das "Nesthäkchen." Sie waren mein Nest und ich hing an ihnen. Bei uns gab es Tiere. Mutter stammte von einem Bauerhof in Böhmen. Ihr Vater, ein Kirchenmaler, heiratete mit 3 verwaisten Kindern, ihre Mutter Thekla, damit er und seine Kinder versorgt waren. Thekla war jung und es wurden noch zwei Mädchen geboren. Meine Mutter wurde neben ihrer Mutter zur Versorgerin der Großfamilie. Sie durfte keinen eigenen Beruf lernen, weil sie ja zuhause auf dem Hof und auf dem Malerbetrieb, in dem nun auch die beiden Söhne meines Großvaters mitarbeiteten, gebraucht wurde. So konnte sie alles. Und so gab es bei uns Hühner, Enten und Gänse, ein Schwein, einen Selbstversorger-Garten. Mein Lieblingstier war jedoch die Katze, ans Sterilisieren war nicht zu denken, dafür wäre kein Geld da gewesen. Auch war das damals auf dem Land nicht üblich. Also wuchs die Katzenschaar, Fressen fanden sie genug, denn wir wohnten nahe an einem kleinen Fluss und da gab es große Ratten. So sorgten die Katzen dafür, daß keine Ratten ins Haus kamen. Denn unsere Türe stand immer offen.

Mein Vater fand endlich Arbeit in einer Lackfabrik, in der kleinen, 10 km entfernten Kreisstadt, und fuhr täglich, Sommer und Winter, trotz seiner Beinbehinderung aufgrund seiner Kriegsverletzung, zum Geld verdienen. Er arbeitete schwer für uns.

Ich war eine schlechte Esserin. Es fiel immer das Wort "heikel". Dabei konnte ich oft nicht essen, mir wurde oft schlecht, oder ich bekam Bauchweh und Würmer. Also wurde ich für Aufessen belohnt. Mein Mutter kaufte mir einen kleinen Kinderteller aus Blech, emailliert mit dem Motiv der Gänseliesel, und es gab "Buchstabensuppe" aus der ich dann meinen Namen zusammen stellen durfte. Meine Mutter sagte, die Suppe sei nach mir benannt worden, das machte mich stolz, also ass ich sie fast täglich. Ansonsten ass ich nur alles in Breiform. Milch konnte ich nicht riechen. Niemand wusste warum. "Die Litti ist halt heikel." 1953 zogen wir in die kleine Kreisstadt. Da wurde in Siedlungen mit neuen großen Blockhäusern Wohnraum geschaffen. Wir erhielten über das Flüchtlingsamt eine schöne 3-Zimmerwohnung und waren glücklich. Nun hatten wir keine Tiere mehr. Ich vermisste die Katzen. Als mein Vater eines Tages ein Baby-Kätzchen nachhause brachte, waren wir alle sehr sehr glücklich. Jetzt konnte die Katze in der Wohnung wohnen und ich durfte sie füttern. Aus Dankbarkeit suchte die Katze auch immer meine Nähe, Tag und Nacht. Sie schlief auf meinem Kopfkissen und ich zog ihr Puppenkleider an und fuhr sie im Puppenwagen spazieren.

"Sie hat schon wieder Fieber", rief meine besorgte Mutter, das Fieberthermometer studierend. Der Doktor kam. Ich durfte im warmen Wohnzimmer schlafen. "Lungenentzündung", lautete seine Diagnose. Ich kann mich nicht erinnern, daß je eine meiner vier Schwestern krank war. Warum immer ich? "Über 40 Grad", stöhnte meine Mutter und machte mir Wadenwickel und legte kalte Tücher auf meine Stirn. Sie wusch mir liebevoll den verschwitzten Körper und lobte mich, wenn ich etwas Brei ass. Auch im Hochsommer lag schwach, mit Fieber im Bett. Die Säge des nahegelegenen Sägewerks war meine Musik. "Nicht weinen", sprach meine Mutter, wenn mir heiße Tränen die Wangen hinunter liefen. zu schwach, um aufzustehen, unerträglichen Kopf- und Brustschmerzen, atemlos. Die Kinderzäpfchen halfen nicht mehr, Spritzen folgten.

Es stand wohl nicht gut um mich. Meine Mutter tat alles, um mir eine Freude zu machen. Meine Schwestern liehen mir ihre Spielsachen aus und abends, als die ganze Familie in der Küche sass, konnte ich sie alle erzählen und lachen hören. Ich konnte nicht dabei sein. Meine Mutter hielt meine Schwestern von mir fern. Ich erinnere mich, daß ich eines Abends, da war mein Fieber immer am höchsten, während eines Fieberschubs lauthals nach meiner Mutter rief. Die Kraftanstrengung war riesengroß, aber niemand hörte mich. Mit aller Kraft stieg ich aus meinem Bett und schleppte mich in die Küche zu den anderen. Entsetzt und zutiefst erschrocken drückte mich meine Mutter an sich. Ich erbrach Blut. Nicht viel, aber es reichte, um meine Mutter in absolute Todesangst zu versetzen. Die Schwester meines Vaters war jung an Tuberkulose verstorben und diese Krankheit stand wohl auch immer ,was mich betrifft, im Raum. "Die Katzen müssen weg", war die Anweisung unseres Arztes. Die einzigen Freunde, die ich hatte. Man sagte es mir nicht, aber alle Katzen waren plötzlich nicht mehr da. "Sie heiraten jetzt und kümmern sich dann um ihre Babies", war die Erklärung meiner Mutter. Das war eine für mein Kinderherz akzeptabel. Als ich vor lauter Traurigkeit sterben wollte und kein Trost mehr half, faltete meine Mutter meine kleinen Hände zum Gebet und betete mit mir:

Heiliger Schutzengel mein,
lass mich dir empfohlen sein.
Tag und Nacht, ich bitte dich,
beschütze, führ' und leite mich.
Hilf mir leben recht und fromm,
damit ich zu dir in den Himmel komm. 
Amen.

Dann legte sie ein altes blaues, abgeriffenes Album in meinen Schoß, das sie tief im Wäscheschrank vor uns neugierigen Kindern stets verborgen hatte und sie zeigte mir die alte Bildersammlung von Engel- und Heiligenmotiven, die meinem Großvater als Malvorlagen dienten. Er war Kirchenmaler von Beruf, zu Hause in Böhmen, und er malte Heiligenbilder auch für private Personen. Aus dem Album konnte man sich das Motiv aussuchen.

Jetzt war ich glücklich. Stundenlang konnte ich so eine Schutzengel-Postkarte anschauen, wunderschöne mächtige Engel, wie sie kleine Kinder an der Hand führen, behüten, vor Unheil schützen. Die Motive ähnelten sich. Aber die Engel brachten mich ins Leben zurück. Ich wurde wieder gesund. Meine Katzenallergie vergass ich, die Liebe zu den Engeln blieb.

02. Das Kommunion-Kind

Als mein Vater mich beim Spazierengehen noch an der Hand nahm, gingen wir sonntags gemeinsam zur Kirche. Wir gingen um 8 Uhr los, damit wir zum 9:00 Gottesdienst, dem „Hochamt“ pünktlich waren. Mein Vater wolle gerne auf der Empore stehen, im oberen Stock der Kirche, nahe der Orgel und mitsingen. Seine Stimme klang laut und voll. Ich betrachtete die schön gekleideten Frauen, mein Vater begrüßte alle Damen, in dem er hochachtungsvoll seinen Hut zog. Die restliche Andachtszeit verbrachte ich damit, das beindruckende Deckengemälde zu betrachten. Eine riesige fette Schlange wand sich um entsetzte Menschen, echt gruselig.

Nach dem Gottesdienst gingen wir ins Wirtshaus „Zum Kronprinz“ , dort trank mein Vater eine Halbe Bier und politisierte mit jedem, der am Tisch sass. Oft gingen die Männer im Streit auseinander, mein Vater schwieg auf dem Heimweg verärgert, ich knapperte am Rest meiner Salzstange, die ich von der Wirtin zum Abschied erhalten habe. „Bist eine Brave“, meinte sie. Nach dem Sonntagsmittagessen legte sich mein Vater hin, schlief oder widmete sich seinem Ehrenamt: „Heimatbetreuer“. Er kümmerte sich um verloren gegangene Unterlagen anderer Flüchtlinge. Als ehemaliger deutscher Bürgermeister seines Heimatortes war seine Unterschrift oder Bestätigung der damaligen Vermögensverhältnisse bezeugend. So kam mein Vater schon bald zu Ehren und war ein geachteter Mann. Für uns Kinder hatte er kaum noch Zeit. Die Erziehung überliess er meiner Mutter.

Meine Mutter wollte nicht mit mir zur Kirche gehen. Erst Jahre später erfuhr ich den wahren Grund. Die im Barock-Stil gehaltene Kirche war mir als Kind immer etwas unheimlich. Überall standen große Figuren, denen man Leid zugefügt hatte. Neben den Sitzreihen für Kinder befanden sich große Kreuzwegbilder, wo Menschen Jesus quälten, auf ihn einschlugen, bis er blutend am Kreuz hing. In der Brust der Mutter Gottes steckte ein riesiges Schwert. Schaurig. Ich war schon 10 Jahre alt, als ich zum Kommunionsunterricht  gehen durfte, aber der Beichtstuhl mit seinem vergitterten Fenster, hinter dem ein nach Zigarren riechender  Pfarrer saß, schreckten mich ab. Eilig beichtete ich, denn das war ein „Muß“ und zwar alle Gebote einfach durch. Ich bekannte mich „schuldig der Sünde“, weil ich die Gebote auswendig gelernt hatte und alle Beispiele der Schuldbekennung und weil ich nicht wirklich wußte, was ich hätte beichten sollen. Mit „Drei Vater unser“ und „Drei Gegrüsset seist Du Maria“ war es dann erledigt. Ich erhielt die Absolution für meine Sünden.

Wenn ich mit dem Beten nicht fertig war und die anderen Kommunionskinder bereits die Kirche verliessen, kürzte ich die mir auferlegte Buße einfach ab. Im Versprechen an Gott, beim nächsten Mal mehr zu beten.

Ich wollte auf keinen Fall alleine in der Kirche sein. Nirgendwo sah man einen Engel, der Kinder liebte. Nur fette kleine pausbäckige Bengel mit Flügeln. hässliche Klöpse mit z. T. fratzenhaften Gesichtern, mit einem schadenfrohen und unheiligen Grinsen im Gesicht. Nein, diese Kirche war nicht mein Ding. Auch nicht das meiner Mutter. Sie ging nie in die Kirche. “Ich mag die Pfarrer nicht“, sagte sie.

03. Hippie sein, Kriegsdiestverweigerer  sein,  aus der Kirche austreten …

Mit der Einführung der „Anti-Baby-Pille“ und deren Ablehnung durch die katholische Kirche, entschied ich, aus der Kirche auszutreten. Auch was es „in“ keine Kirchensteuer zu zahlen. Aber ich wollte auf keinen Fall ungewollt schwanger werden. Abtreibung war damals „normal“, man fuhr einfach nach Holland. Wie schrecklich! Sein Kind zu töten. Also fühlte ich mich von Gott, dem Papst, seiner Kirche unverstanden. Ich war eine moderne junge Frau geworden, arbeitete als Fotografin in München und wollte alles erleben. Die Kirchenglocken in der Tengstrasse weckten mich regelmässig. Ich wohnte in einem alten Atelierhaus, direkt neben Kirche. Die dicken Wände zitterten. So hatte ich trotz meines schlechten Gewissens gegenüber Gott, doch immer Kontakt zu ihm. Eine Zeit lang hatte ich das Gefühl, das Recht, in einer Kirche zu beten, durch meinen Kirchenaustritt verloren zu haben. Deshalb steckte ich grosszügig Geld in jeden Opferstock und bat Gott, mir zu verzeihen.

Ein Schlüsselerlebnis führte mich in eine Kirche in Ravenna, Italien. Ich hatte dort beruflich zu tun und liess mich vom Taxi zum Hotel bringen.

Dummerweise hatte ich den Strassennamen falsch ausgesprochen oder aber der Taxifahrer hatte mich missverstanden. Im engen Minirock mit hohen Pumps stöckelte ich verzweifelt durch die Strassen, auf der Suche nach meinem Hotel. Müde, es war drückend heißer Abend nach einem langen arbeitsreichen Tag, entdeckte ich die geöffnete Türe einer Kirche. Erschöpft trat ich ein. Ein gütig lächelnder Engel, lebensgroß, aus weissem Marmor, begrüsste mich. Nie werde ich diesen schönen Moment vergessen. Es war wie „in den Himmel kommen “. Glücklich und beseelt durch die Anwesenheit des Engels und seine unerwartete Nähe neu gestärkt, fand ich später mein Hotel. 

04. Der erste Engel zieht bei mir ein

Ich lebte in Schwabing, arbeitete in der Werbung, ein Kollege aus der Abendschule besuchte mich mit seinem kleinen Sohn, wir gingen gemeinsam spazieren. Wir schlenderten über einen Flohmarkt. Und da sah ich  zwischen den Küchentöpfen eines Standes einen kleinen knieenden Gipsengel. Fehl am Platze. Mir stockte der Atem: Ein Engel zwischen all dem Schrott? Das ging gar nicht! Meine Empörung über diese „Gotteslästerung“ führte dazu, daß ihn mir mein Kollege kopfschüttelnd kaufte und ihn mir schenkte. In Zeitungspapier gewickelt trug ich ihn heim. „Jeden Tag eine gute Tat“, schoß es mir durch den Kopf. Wie selbstverständlich kaufte ich auf Flohmärkten Engel, Engelbilder und so manche sakrale Gegenstände, die ich dort nicht zurück lassen wollte. Ich hatte ein altes Regal aus der Werkstatt meines Vaters bekommen und abgelaugt. Dort fanden nun meine Engel ein neues Zuhause. Die Jahre vergingen, meine Tochter wurde geboren und Freunde waren entsetzt über den „Kitsch“ in meiner Wohnung. Ich war eine Emanze, allein erziehende Mutter, selbstbewußt. Stutzig machte mich die Aussage eines ansonsten sehr netten Typs, „geh doch mal zum Psychiater!“

Ich hörte auf, auf Flohmärkte zu gehen. Vermied es, in die Auslagen von Antiquitätengeschäften zu schauen. Das Album aus meiner Kindheit hatte ich längst vergessen. Meine Mutter hatte es entsorgt, nachdem eine Katze das Versteck im Wäscheschrank doch noch entdeckte  und genau dort ihre Babies zur Welt brachte. Es war zerstört.

Meine „Macke“ kaschierte ich entschuldigend damit: „ich bin Engelforscherin.“  Tatsächlich kamen Engel in Mode. Sie schmückten T-Shirts, Taschen, Ohrringe, entwickelten sich zu Wohn-Accessoires, Kissen  und zierten Gärten, Fensterbänke und vieles andere. Engel wurden Trend.

Durch diese Vermarktung verloren sie ihre Heiligkeit. Sie wurden zu Gegenständen ohne Aura. Tatsächlich kaufte ich mir im Rahmen meiner „Engelforschung“ viele Bücher über Engel und ihre Geschichte. Nun mußte ich mich nicht mehr schämen für meine Liebe zu Engeln. Bekannte oder Freunde hinterfragten meine Einrichtung, auch in veränderten Wohnungen, nicht mehr. Dafür war ihnen stets dankbar.

05. Meine Tochter wird in München geboren

Ich war 29 Jahre alt, als meine Tochter geboren wurde. Unehelich. Ihr Vater war mein bester Freund, aber verheiratet. Die Schwangerschaft verlief schwierig. Immer wieder kam es zu Blutungen. Damals hatte ich eine Katze. "Das verwächst sich", sagte man früher bei Problemen von Kindern und vieles stimmte auch. Meine abstehenden Ohren "verwuchsen" sich jedoch nicht und auch nicht meine Katzenallergie, die niemals diagnosiziert sondern einfach nur vergessen wurde. Also lebte ich ca. 1 Jahr mit meinem Kater zusammen, als es mir sichtlich schlecht ging. Ich schob das auf die Schwangerschaft, die meine Hormone gänzlich auf den Kopf stellte und auf meinen Psyche, die ebenfalls sehr sensibel geworden war, was die Beziehung zu meinem Freund betraf. Ich konnte das 'Futter für meine Katze nicht mehr riechen, die Übelkeit, die darauf folgte, machte mich krank. Ich magerte ab. Zwang mich aber, die Katze nicht darunter leiden zu lassen. Je mehr ich sie abwies, desto mehr suchte sie meine Nähe. Aber die Liebe zu meinem ungeborenen Kind war stärker. Ich brachte "Picasso" zu meiner Mutter aufs Land. Mit festem Willen entschied ich mich, ein gesundes Kind auf die Welt bringen zu wollen. Ich hörte auf zu rauchen, ass bewußt und gut, ging viel spazieren und freute mich, schwanger zu sein. Die Ärztin verbot mir das Fliegen und die vielen Überstunden, die ich beruflich machte. Das wurde im Job einfach erwartet und waren bereits im Arbeitsvertrag geregelt. Ich hatte göttlichen Beistand, als ich den Mut faßte, meinem damaligen Chef zu sagen, daß ich nicht mehr nach Wien fliegen würde, das musste ich damals fast wöchentlich, weil dort unsere Abteilung für Produktdesign war. Ich rechnete damit, meinen Job zu verlieren, aber es kam anders. Meine Ärztin stufte mich als "Risikogeburt" ein, meine Gebärmutter bekam eine "Cerclage" um eine Frühgeburt zu verhindern und alles war gut. Ich blieb noch jahrelang in der Firma.

06. Meine Tochter wird getauft

Sie war schon drei Jahre alt, ich wohnte und arbeitete in München, meine Tochter lebte bei ihren Großeltern, meinen Eltern, auf dem Land. Meine zwei Jahre ältere Schwester hatte auch eine kleine Tochter und dort, eingebettet in Familie, ging es ihr gut. Wir führten eine Mutter-Kind-Fernbeziehung und ich war glücklich, als sie "Mami" ins Telefon hauchen konnte. Aber ich dachte viel nach, insbesondere, daß sie nicht getauft war. Zum Dank an ihre gesunde Geburt, gab ich ihr auch den Namen Maria, nach der Mutter Gottes. Meine Tochter kam aufgrund des Platzens meiner Fruchtblase vor dem geplanten Termin zur Welt. Es war meine Schuld. Es war ein Samstag, die Sonne schien. Ich setzte mich, weil ich mit meinem dicken Bauch kaum mehr laufen konnte, in mein VW-Cabrio. Wir wollten zur "Auer-Dult" fahren. Mein Baby freute sich auch und sie strampelte so heftig in meinem Bauch, daß ich mir Sorgen machte. Die Ärztin bestellte mich sofort in ihre Praxis, dort platzte meine Fruchtblase und es kam fast zu einer Sturzgeburt. Drei Stunden später war mein geliebtes Baby da und dann zeigte man sie mir. Knallrot von der Anstrengung und dann nahm man sie mir weg. Das Krankenhaus, in de ich entbunden hatte, war eine "angesagte" Mutter/Kind-Klinik am Englischen Garten. Aber sie hatten keine Fachabteilung für Babies. Ich hörte die Ärzte tuscheln: "Das Kind muss in die Klinik"! "Es ist besser so", tröstete mich meine Ärztin. Und das wurde in bezug auf das künftige Leben mit meiner Tochter mein Leitmotiv. Meine Tochter war aufgrund meines "Rhesusfaktors negativ" als "Risikogeburt" eingestuft worden und kam sofort in eine Kinderklinik aus Angst vor einer "Neugeborenengelbsucht", die eine große Gefahr für mein kleines Kind darstellte.

*Erklärung
  • Etwa 85,5 % der Bevölkerung sind Menschen mit Rhesus-Antigen D die rhesuspositiv sind.
  • Etwa 14,5 % der Bevölkerung sind Menschen ohne Rhesus-Antigen D die rhesusnegativ sind.

Bei Rhesus-negativen Müttern mit einem Rhesus-positiven Kind kann es bei Blutkontakt (z.B. Trauma, vorzeitigen Wehen oder während der Geburt) zur Entwicklung von Antikörpern gegen den Rhesusfaktor kommen. Diese Antikörper wandern durch die Plazenta zum Kind. Als Folge kann es zum Abbau roter Rhesus-positiver Blutkörperchen beim Kind und damit zu einer Blutarmut und einer schweren Neugeborenengelbsucht kommen.

Der Gedanke, daß "durch meine Schuld" mein Kindlein nicht in den Himmel kam, sollte ihm etwas zustoßen, quälte mich drei Jahre lang. Bis ich mir ein Herz faßte. Die Andechser Wallfahrtskirche in der Nähe Münchens besuchte ich gerne. Wir trafen uns dort zu Spaziergängen mit ihrem Vater. So reifte meine Idee, sie einmal dort taufen zu lassen. Ich rief im Kloster an, wurde mit einem sehr warmherzigen Pater verbunden. Ihm erzählte ich "meine Schande" des Kirchenaustritts , so empfand ich es mittlerweile, denn Gott hat mich nie fallen lassen, Er aber war gütig und warmherzig am Telefon und lud mich zu einem perönlichen Gespräch ins Kloster ein. Ich erzählte ihm über mein Motiv des Kirchenaustritts und dann sagte er "Gott liebt jedes neue Schäflein". Anschliessend ging er mit mir in die Kirche und sagte zum Abschied: "auch wir brauchen Geld", das verstand ich. So wurde meine Tochter im Kreis unserer Großfamilie getauft. Ihr Lieblingstier, die Stoffkatze, fest im Arm haltend.

07. Meiner Wiedereintritt in die Katholische Kirche

Ich stellte am 07. September 1998 den Antrag und am 13.12.1998 wurde mein "Rekonziliationsgesuch" angenommen. Die Aufnahme in die Kirche erfolgte dann mit der Genehmigung des Bischofs bzw. seines Vertreters in einer kleinen Feier: Der/Die Aufzunehmende gibt vor einem Kruzifix und einem Evangelienbuch in Gegenwart des bevollmächtigten Priesters eine kurze Erklärung ab und bekennt den Glauben im Glaubensbekenntnis (vorgedruckt). Anschließend erfolgt die Wiederaufnahme.

Ich habe nachgelesen, was ich damals als Begründung für meinen Wiedereintritt angegeben habe: "Neue Erfahrungen und die Überzeugung der Kraft des Glaubens , Unterstützung der Kirche in ihrer neuen Darstellung".

Und ich las nach, was ich unter die Beweggründe für den Austritt geschrieben habe: "Schulische Erziehung durch katholische Nonnen "Englische Fräuleins"war zu einseitig. Verwechslung von "Glaube" mit "Kirche und deren Vertretung".

Es erstaunt mich bis heute, wie richtig meine Selbsteinschätzung war. Mittlerweile habe ich die Grossartigkeit und Einzigartigkeit mancher Pfarrer und Nonnen kennen gelernt. Wohl wissend und berücksichtigend, daß sie Menschen sind. Und nur idealweise "sündelos" Gottes Willen erfüllen. Die Frage stellt sich doch: was ersetzt die Religionen, wenn es keine Vertreter in Menschenform mehr gibt? Die Religionskultur zu bewahren ist wichtig. So verstehe ich nun auch mich besser.

Nun bin ich wieder umgezogen. Neue Leute besuchen mich. „Deine Wohnung ist ja ein Museum“! Meine Antwort lautet: wirklich? Wie kann man in wenigen Sätzen jemandem erklären, warum man seine Wohnung so einrichtet und nicht anders?

Meine Engel gehören zu mir, aber was passiert mit ihnen, wenn ich einmal nicht mehr bin? Müssen sie dann wieder zurück auf einen Flohmarkt? Zurück zu Trödel und Kitsch und Krempel?

Diese Frage beschäftigt mich. Bis ich eine Lösung habe, widme ich ihnen in Liebe und Dankbarkeit dieses virtuelle Museum meiner "Werte". Vielleicht macht es Dir Freude, es zu besuchen. (auch wenn es erst in Arbeit is).

08. Meine Vision 2021 ist geboren: Ein Museum der Volksfrömmigkeit

Die Volksfrömmigkeit liegt wohl in meinen Genen. Und sie hat viel mit einem tief verwurzelten "Glauben an Gott" und weniger mit dem "Glauben an Kirche" zu tun. Mein Großvater war Kirchenmaler in Böhmen Böhmen (tschechisch Čechylateinisch Bohemia) war eines der Länder der böhmischen Krone. Als ehemaliges Königreich Böhmen bildet es mit Mähren und dem tschechischen Teil Schlesiens das Staatsgebiet des heutigen Tschechien.

Deutschsprachige Siedler kolonisierten hauptsächlich im 12. und 13. Jahrhundert – im Zuge der deutschen Ostsiedlung aus AltbayernFrankenObersachsenSchlesien und Österreich kommend – vor allem die Grenzgebiete Böhmens und Mährens. Später zogen Einwanderer aus deutschsprachigen Gebieten infolge der HussitenkriegePestepidemien und des Dreißigjährigen Krieges in entvölkerte Landstriche Böhmens und Mährens. Weitere Zuwanderer kamen im Rahmen der Binnenwanderung aus deutschsprachigen Regionen der Habsburgermonarchie nach Böhmen, Mähren und Schlesien, teilweise kamen sie auch aus anderssprachigen Regionen der Habsburgermonarchie und assimilierten sich an die deutsche Kultur.

Als die Deutschen, nach dem verlorenen Weltkrieg, aus Tschechien vertrieben wurden, retteten sie auch Kirchenschätze vor der Zerstörung der Sieger und nahmen mit, was ihnen "Heilig" war. Ich kenne nur ein gerettetes Madonnenbild meines Großvaters, das in der nun wieder aufgebauten "Tussetkapelle" hing. Christliche Tschechen haben sie wieder aufgebaut, vertriebene Deutsche erbauten in Phillipsreuth eine zweite "Tussetkapelle". Dort hängt nun auch das Madonnenbild meines Großvaters.

Volksfrömmigkeit ist wohl auch das was mich umtreibt und was nun aus meiner Seele spricht. Wohin mit meiner gesammelten und vor der Zerstörung bewahrten "Volksfrömmigkeit?"

Darf ich Dich einladen? Bitte besuche gerne mein virtuelles "Museum der Volksfrömmigkeit. Der Eintritt ist gratis. Aber vielleicht wird aus meiner Vision einmal Wirklichkeit? Spenden sind willkommen. Setze Dich gerne mit mir in Verbindung. Vielleicht hast Du ja auch ein "Habgut" der Volksfrömmigkeit in Deinem Haushalt und möchtest nicht, daß es eines Tages im Trödel landet?

Bei meinem Hobby als "Engelforscherin" stiess bei jeder der fünf Weltreligionen auf Engel. Martin Luther war gegen die Vielzahl der Engel. Für die Reformatoren wie Martin Luther und Johannes Calvin war die Existenz von Engeln ebenfalls selbstverständlich, allerdings rückten andere Aspekte, wie die Rechtfertigung des Menschen durch Jesus Christus, in den Vordergrund. Engel ordneten sie eher einer privaten Frömmigkeit zu. Als Theologen im 19. Jahrhundert auf die Auswirkungen der Aufklärung reagierten, verbannten sie die Engellehre fast vollständig aus der Theologie. Dies setzte sich bis in das 20. Jahrhundert fort. Heute entdecken Theologen die Engel wieder als Ausdruck religiöser Erfahrungen, die über die von Menschen erkennbare Wirklichkeit hinausgehen

Was sind Engel?

Engel sind geglaubte außerirdische, den Menschen überlegene gottähnliche Wesen, die in fast allen Religionen zu finden sind. Körperlos und ausgestattet mit der Fähigkeit sich aus ihrer Unsichtbarkeit heraus zu bewegen zeigen sich Engel vor allem in besonderen Lebenssituationen, oft erscheinen sie den Menschen auch im Traum. In der Regel werden Engel als Mittler zwischen Gott und Mensch erfahren. Nach christlichem Verständnis gehören Engel als „reine Geister“ zu unserer Wirklichkeit: als Schutzmächte können sie in das Leben der Menschen helfend eingreifen. Engel sind von Gott geschaffene Wesen, die nicht an der Erschaffung der Welt beteiligt waren. Durch Engel kann Gott den Menschen seine Nähe zeigen. Das deutsche Wort Engel leitet sich vom griechischen „angelos“ ab und bedeutet Bote.

Das Alte Testament kennt unterschiedliche Aufgaben und Erscheinungsweisen von Engeln. Dazu gehört auch die Vorstellung eines himmlischen Hofstaats: Gott als himmlischer Herrscher wird umgeben von übernatürlichen, gottähnlichen Wesen, die Diener, Heilige oder auch Gottessöhne genannt werden. So verstanden gehorchen die Engel Gottes als himmlische Schar seinen Weisungen und stellen zugleich die Verbindung zur Erde her, wie es eindrücklich am Beispiel Abrahams beschrieben wird: „Da hatte er einen Traum: Er sah eine Treppe, die auf der Erde stand und bis zum Himmel reichte. Auf ihr stiegen Engel Gottes auf und nieder.“ (Genesis 28,12) Im Sinne des Wortes sind Engel Boten, die im Auftrag Gottes mit den Menschen Kontakt aufnehmen, ohne dass sie für die Menschen sichtbar wären. Engel können helfende, aber auch strafende Boten Gottes sein, einige werden auch namentlich genannt: zu den bekanntesten biblischen Engelgestalten gehören Michael, Gabriel, Raphael und Uriel.

Engel im Neuen Testament sind oft Überbringer göttlicher Botschaften: der Erzengel Gabriel z. B. verkündet Maria die Geburt ihres Sohnes Jesus. Am Grab Jesu tröstet ein Engel die traurigen Frauen mit der Botschaft, dass Jesus auferstanden ist. Die Schriften der Evangelien und der neutestamentlichen Briefliteratur formulieren jedoch ganz deutlich Jesu höhere Stellung gegenüber den Engelwesen. Mit Jesu Kommen in die Welt stehen die Engel im Dienst Jesu Christi und seiner Jünger als Boten für die Menschen, um ihnen den Heilswillen Gottes nahezubringen.

Die Existenz von Engeln wird in der Bibel als selbstverständlich vorausgesetzt, auch weil ihre Wirksamkeit, ihre Hilfe und ihr Trost von Menschen tatsächlich erfahren worden sind. Indem Engel im Alten Testament eine besondere Rolle im Zusammenhang mit Gottes Handeln spielen und im Neuen Testament diese Rolle im Hinblick auf Jesus Christus einnehmen, erhalten sie eine ganz besondere Stellung: Engel leisten die geistige Vernetzung zwischen Himmel und Erde und damit zwischen Gott und Mensch. Engel als übernatürliche Wesen zeigen, dass die Gemeinschaft der Menschen mit einer geistigen Welt verbunden ist, die jenseits des sinnlich Erfahrbaren liegt. So eröffnet die Engellehre ein anderes Verständnis für die Mit- und Umwelt des Menschen, indem sie einem rein diesseitigen Blick auf Mensch und Welt eine Absage erteilt.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Engel-Frömmigkeit zu sehen: Der Glaube an Engel verkörpert nichts anderes als das Vertrauen, dass Gottes Zuwendung bei den Menschen ankommt. Engel als Boten Gottes erleichtern es, ein Gespür für das Unsichtbare und doch Anwesende in unserem Leben zu entwickeln.

Da pacem Domine · Andrea Letzing · Georg Baum · Klangstein · Klaus Fessmann · Laetare Laetare - das Ensemble ℗ 2010 Klangsteine Records

Mein Museum für Volksfrömmigkeit (in Arbeit)

01. Die Engelsammlung

Erzengel

Engel, betend, wachend, verehrend

Engel, beschützend und frohlockend

Kinderengel

Grabengel

Putten

Engelfiguren

Sammlung Engelbilder

Sammlung Heiligenbilder

Sammlung "Andachtsbildchen"

Zeugen privater Frömmigkeitskultur sind die kleinen Andachtsbilder.

Für die heutige „Generation Gotteslob“ ist ein Gegenstand in den Hintergrund getreten, der bis zum allgemeinen Einzug der Ständer mit Leih-Gebetbüchern an den Eingängen unserer Kirchen einen wichtigen Stellenwert hatte: das Heiligenbildchen – fachmännisch auch „kleines Andachtsbild“ genannt. Die älteren Leser werden sich daran erinnern, wie man als Schulkind „langweilige“ Predigten durch gegenseitiges Anschauen oder gar Tauschen der Bilder überbrücken konnte, die man in seinem Gebetbuch gesammelt hatte. Man bekam sie vom Pfarrer oder vom Lehrer, wenn man im Unterricht brav oder fleißig gewesen war, zur Osterkommunion, bei Anlässen wie Erstkommunion, Firmung, als Mitbringsel aus Wallfahrtsorten oder auch als Totenbildchen, das das Andenken an verstorbene Verwandte wach hielt. Ganz verschwunden sind sie heutzutage nicht, aber den Stellenwert früherer Zeiten haben sie verloren.

Die Geschichte der kleinen Andachtsbilder lässt sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. In den Klöstern begann man einzelne Heiligenbilder auf Pergament, später auf Papier zu malen. Sie sollten nicht nur als Lesezeichen, sondern auch zur persönlichen Erbauung und als Gebetsanregung dienen. Manchmal wurden sie auch verschenkt und schließlich verkauft, womit sie eine willkommene Einnahmequelle bildeten. Bald kamen Vervielfältigungstechniken zum Einsatz; beginnend mit einfachen Holzschnitten, denen seit dem 15. Jahrhundert der Kupferstich folgte, ab dem 19. Jahrhundert der Stahlstich, die Lithographie und schließlich der moderne Druck. In Stil und Motivwahl waren die Heiligenbildchen immer Spiegel ihrer Zeit. Man trifft auf barocke Darstellungen, Motive nach Bildern der Nazarener, süßlich-kitschige Massenware aus der Wende zum 20. Jahrhundert – teilweise noch lange nachproduziert –, Bilder im Beuroner Klosterstil oder mit Jugendstilelementen bis hin zu Darstellungen aus der frühen Moderne in dem Bemühen, durch qualitätvolle Grafik dem Kitsch entgegen-zuwirken. Für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg muss man den Verfall der „Heiligenbildchen-Kultur“ konstatieren.

Für mich waren meine Andachtsbildchen ein "Schatz". Den ich in meinem Kinder-Katechismus. aufbewahrte. Der Katechismus ist seit dem Beginn der Neuzeit ein Handbuch der Unterweisung in den Grundfragen des christlichen Glaubens. Die Andachtsbildchen sind sicherlich "Kitsch", aber sie prägten mein Gottesbild und die Sehnsucht nach dem Paradies. Diese "heile heilige Welt" brachte mir einen liebevollen, gütigen und menschenfreundlichen Jesus nahe, den ich in den Kirchen nicht vorfand.

Als Erwachsener, mit Abstand zur Kirche, kaufte ich auf so manchem Trödelmarkt auch ein Andachtsbildchen und legte es in meine "Schatzkiste." Ich habe sie sehr gerne betrachtet. "Heiliges bewahren" wird auch jetzt wieder zu meiner Devise.

Sammlung Weihwasserkessel

Sammlung Devotionalien

17. Gebete-Sammlung

Gebete des Gottvertrauens

Gebete des Gottvertrauens

Herr, öffne mir die Augen

Herr, öffne mir die Augen,
mach weit meinen Blick und mein Interesse, damit ich sehen kann,
was ich noch nicht erkenne.
Herr, öffne mir die Ohren,
mach mich hellhörig und aufmerksam,
damit ich hören kann,
was ich noch nicht verstehe.
Herr, gib mir ein vertrauensvolles Herz,
das sich deinem Wort
und deiner Treue überlässt
und zu tun wagt,
was es noch nicht getan hat.
Herr, ich weiß, dass ich nur lebe,
wenn ich mich von dir rufen
und verändern lasse.

Willi Lambert

Du treuer Gott

In ewiger Weisheit
hast du mich nach deinem Bild geschaffen
und ins Dasein geliebt.
Mit schöpferischer Liebe
hast du mir deine Züge
ins Herz geschrieben.
Mit größter Sorgfalt
hast du auf mich geachtet
und immer treu
zu mir gehalten.
In unbeschreiblicher Geduld
hast du mir mein Versagen verziehen
und mir die Schuld vergeben.
Mit göttlicher Sehnsucht
hast du nach mir verlangt
und einen Bund geschlossen.
Mit staunendem Herzen
stehe ich vor dir
und sage dir
meinen innigsten Dank,
du treuer Gott.

Paul Weismantel

Vater, berge meine Gefühle in deinen Händen.


Was gut ist und gut tut,
lass sich entwickeln,
Was dem Leben nicht dient,
nimm von mir.
Du liebender Gott
Du Gott des Lebens
Du heilender Gott

Isabelle Stablo

Tagesweihe

Mein Gott, ich leg’ in deine guten Hände,
was du an Sorgen und an Freuden schenkst.
Ich weihe dir die Meinen, die ich liebe,
damit du gütig ihre Wege lenkst.

Ich weihe dir die Arbeit, die ich schaffe,
lass meine schwache Hand gesegnet sein.
Ich weihe dir die Freude dieses Tages,
den Regen wie den Sonnenschein.

Ich weihe dir den Lärm und auch die Stille,
das rege Leben dieser großen Stadt.
Sei du dabei, wo Menschen sich begegnen
und wo ein Mensch viel Kummer hat.

Ich weihe dir mein Herz und was es einschließt,
ich weihe dir mein Wollen, gut zu sein.
Komm, guter Vater, gib mir deinen Segen;
bleib bei mir, hilf mir, lass mich nicht allein.

Mach mit mir, was dir gefällt

Mein Vater, ich überlasse mich dir;
mach mit mir, was dir gefällt.
Was du auch mit mir tun magst,
ich danke dir.
Zu allem bin ich bereit,
alles nehme ich an.
Wenn nur dein Wille sich an mir erfüllt und an allen deinen Geschöpfen,
so ersehne ich weiter nichts, mein Gott.

In deine Hände lege ich meine Seele.
Ich gebe sie dir, mein Gott,
mit der ganzen Liebe meines Herzens, weil ich dich liebe
und weil diese Liebe mich treibt,
mich dir hinzugeben,
mich in deine Hände zu legen, ohne Maß,
mit einem grenzenlosen Vertrauen.
Denn du bist mein Vater.

Charles de Foucauld

Herr, schenke mir eine gute Verdauung

Schenke mir eine gute Verdauung, Herr,
und auch etwas zum Verdauen.
Schenke mir Gesundheit des Leibes,
mit dem nötigen Sinn dafür,
ihn möglichst gut zu erhalten.
Schenke mir eine heilige Seele, Herr,
die das im Auge behält,
was gut ist und rein,
damit sie im Anblick der Sünde
nicht erschrecke, sondern das Mittel finde,
die Dinge wieder in Ordnung zu bringen.
Schenke mir eine Seele,
der die Langeweile fremd ist,
die kein Murren kennt und kein
Seufzen und Klagen,
und lass nicht zu,
dass ich mir allzu viel Sorgen mache
um dieses sich breit machende Etwas,
das sich "Ich" nennt.
Herr, schenke mir Sinn für Humor,
gib mir die Gnade, einen Scherz
zu verstehen, damit ich ein wenig
Glück kenne im Leben und
anderen davon mitteile.

Thomas Morus

Gebete zum Heiligen Geist

Rufe uns

Rufe uns, du Heiliger Geist,
wir bitten dich:
Durchbrich das Schweigen.
Lass uns spüren, dass du bei uns bist.
Wir glauben an deine Gegenwart.
Höre unser Rufen in Stunden,
in denen du uns fern scheinst.
Stärke uns in der Hoffnung,
wenn wir auf dich warten!
In deine Hände ist unser Leben gegeben.
Hilf uns, darauf zu vertrauen,
auch wenn wir dein Licht nicht sehen;
auch wenn es uns schlecht geht
und wir meinen, du habest uns verlassen.
Lass deine Liebe brennen in unseren Herzen!
Lass an uns sichtbar werden
die Verheißungen deines Friedens...
Komm, du Heiliger Geist,
und bleibe bei uns,
denn unserem gemeinsamen Unterwegs
bist du die göttliche Begleitung!

nach Martin Thurner

Gebet um die Gaben des Heiligen Geistes

Im Außergewöhnlichen sehen wir dich,
kraftvoller, mächtiger Heiliger Geist,
in Sturm und Feuer,
in Verwandlung und Aufbruch,
im Leben außergewöhnlicher Menschen.

Hilf uns, dich im Verborgenen zu finden,
stiller, beständiger Heiliger Geist.
Hilf uns, deine leisen Gaben zu entdecken
in unseren Mitmenschen und in uns selbst:
die Gabe, Frieden zu stiften,
die Fähigkeit, andere zu begeistern,
die Kunst, die Wahrheit auszusprechen,
das Talent, gut zuhören zu können,
die Kunst, Kompliziertes einfach zu sagen,
die Gabe, ein ruhender Pol zu sein,
die Fähigkeit, sich einzufühlen,
die Gabe der bergenden
Mütterlichkeit und Väterlichkeit,
die Gabe des kindlichen Staunens,
die Gabe des Humors.

Du bist die Quelles des Leben
für jeden von uns.
Entfalte dein Wirken in uns,
das mächtige und das leise,
damit wir uns selbst entdecken.

Andreas Lerch

Geist Gottes,
schenke den Menschen Träume.
Keine trügerischen, entfremdeten
und keine entfremdenden,
sondern schöne Träume,
die morgen Wirklichkeit werden.

Dom Helder Camara

Komme, geheimnisvoller Atem

Komme, geheimnisvoller Atem,
leiser zärtlicher Wind,
hauch uns an, damit wir leben,
ohne dich sind wir tot!
Komme, in Feuer und in Flammen,
zünd uns an wie ein Licht,
mach uns trunken von der Liebe,
wir sind starr, tau uns auf!
Komme, Erfinder neuer Sprachen,
gieß dich aus über uns,
red in uns mit neuen Zungen,
komm, begeistere uns!
Komme, du Hoffnung aller Armen,
schaff den Wehrlosen Recht,
dass die Gebeugten sich erheben,
dass sich Völker befrein!
Komme, du Tröster aller Müden,
Stille mitten im Lärm,
in den Terminen schaff uns Pausen,
lass uns ausruhn in dir!
Komme, du Taube, übers Wasser,
bring den Ölzweig herbei,
bring uns das Zeichen für den Frieden,
den die Erde ersehnt!
Komme vom Vater und vom Sohne,
komm, du schaffende Kraft,
mach uns neu, und unsrer Erde
hat ein neues Gesicht.

Lothar Zenetti

Entfache dein Feuer

Geist des auferstandenen Christus,
Geist des Mitleids,
Geist des Lobpreises,
deine Liebe zu jedem Menschen
wird nie vergehen.

Geist des lebendigen Gottes,
wenn Zweifel und Zögern,
dich einzulassen,
alles zu verschlingen scheinen,
dann bist du da, dann bist du zugegen.

Du entfachst das Feuer,
das inwendig unter unserer Asche glimmt.
Du nährst dieses Feuer
mit unseren Anfechtungen,
mit unseren Dornen,
mit allem, was uns an uns selbst
und bei anderen wehtut,
so dass durch dich sogar
die Steine unseres Herzens verglühen,
du Licht in unserer Finsternis,
du Morgenglanz unserer Dunkelheit.

Frère Roger Schutz

Taufe Deine Kirche

Lebendiger Gott,
komm und mache unsere Seelen
zu Tempeln deines Geistes.
Taufe deine Kirche
ganz und gar mit Feuer,
damit ihre Spaltungen bald enden
und sie vor der Welt aufgerichtet sei
als Säule und Stütze deiner Wahrheit.
Gewähre jedem von uns
die Früchte deines Heiligen Geistes:
geschwisterliche Liebe,
Freude, Friede,
Geduld, Güte und Treue.
Möge dein Heiliger Geist
durch den Mund der Kirche sprechen,
die dein Wort verkündet,
hier und überall.

Heilige uns, Herr.

nach dem Offizium von Taizé


Gebete in schwierigen Zeiten

Komm mir doch entgegen

Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr;
fremd wie dein Name sind mir deine Wege.
Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott;
mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen?
Bist du der Gott, der Zukunft mir verheißt?
Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.
Von Zweifeln ist mein Leben übermannt,
mein Unvermögen hält mich ganz gefangen.
Hast du mit Namen mich in deine Hand,
in dein Erbarmen fest mich eingeschrieben?
Nimmst du mich auf in dein gelobtes Land?
Werd ich dich noch mit neuen Augen sehen?
Sprich du das Wort, das tröstet und befreit
und das mich führt in deinen großen Frieden.
Schließ auf das Land, das keine Grenzen kennt,
und lass mich unter deinen Kindern leben.
Sei du mein täglich Brot,
so wahr du lebst.
Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.

Huub Oosterhuis

Du kennst meinen Weg

Herr, du kennst meinen Weg,
den Weg, der hinter mir liegt,
und den, der vor mir liegt.
Du begleitest mich in jedem Augenblick.
Du bist immer für mich da.
Weil Du mich führst,
kann ich versuchen,
mich selbst zu führen,
dass meine Augen und Ohren unterscheiden lernen,
dass meine Hände anderen helfen lernen,
dass mein Denken das Richtige findet,
dass mein Herz
das Rechte entscheiden lernt.
Weil du mich führst,
will ich meinen Weg versuchen.

Charles de Foucauld

Hilf in meiner Trauer

Herr, unser Gott, du bist allen nahe, die zu dir rufen. Auch ich rufe zu dir aus Not und Leid. Lass mich nicht versinken in Trauer und Verzweiflung, sondern tröste mich durch deine Gegenwart. Gib mir die Kraft deiner Liebe, die stärker ist als der Tod. Mit unseren lieben Verstorbenen führe auch mich einst zum neuen und ewigen Leben. Amen.

Der Herr ist mein Hirte,

nichts wird mir fehlen.
Er läßt mich lagern auf grünen Auen und führt mich
zum Ruheplatz am Wasser.
Er stillt mein Verlangen;
er leitet mich auf rechten Pfaden,
treu seinem Namen.
Muß ich auch wandern
in finsterer Schlucht,
ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir,
dein Stock
und dein Stab
geben mir
Zuversicht.

Psalm 23

Gib mir Kraft

Gib mir Kraft für diesen Tag!
Herr, ich bitte Dich nur für diesen,
dass mir werde zugewiesen,
was ich heute brauchen mag.

Jeder Tag hat seine Last,
jeder Tag bringt neue Sorgen,
und ich weiß nicht, was für morgen
Du mir, Herr, beschieden hast.

Aber eines weiß ich fest,
dass mein Gott, der seine Treue
täglich mir erwies aufs neue,
sich auch morgen finden lässt.

Gib mir heute Deinen Geist,
dass das Band wird’ stark empfunden,
das mich hält mit dir verbunden,
und bis morgen nicht zerreißt.

Und so will ich meine Bahn
ohne Sorgen weiterschreiten.
Du wirst Schritt für Schritt mich leiten,
bis der letzte Schritt getan.

Du verlässt mich nicht

Guter Gott!
Ich habe keinen anderen Helfer als dich,
keinen anderen Vater,
keinen anderen Erlöser,
keinen anderen Halt.

Zu dir bete ich.
Nur du kannst mir helfen.
Die Not ist groß, in der ich stehe.
Die Verzweiflung packt mich an,
ich weiß nicht mehr ein noch aus.
Ich bin ganz unten,
und ich komme allein nicht mehr hoch.

Wenn es dein Wille ist,
dann befreie mich aus dieser Not.
Lass mich wissen,
dass du stärker bist
als alle Not und alle meine Feinde.
Du verlässt mich nicht.
Ich weiß das.
Dafür danke ich dir.

Amen.

Mach mich gesund

„Herr, wenn du willst, kannst du mich gesund machen“,
so spricht im Evangelium ein Kranker zu Jesus.

So rufe auch ich, Herr,
in meiner Krankheit zu dir.
Du hast Kranke geheilt,
du hast unsere Krankheiten
auf dich genommen
und unsere Schmerzen getragen.
Durch deine Wunden sind wir geheilt.

Ich bitte nicht: lass mich sogleich geheilt werden.
Ich bitte nur: gib mir die Kraft,
mein Kreuz zu tragen.
Lass mich dein Gebet am Ölberg sprechen:
„Vater, nicht mein,
sondern dein Wille geschehe.“

Gib mir Anteil an deiner Geduld.
Wecke in mir die Hoffnung
auf deine Güte und Kraft.
Im Vertrauen auf deine Liebe
lass mich mit dir gehen
durch Kreuz und Leid
zur österlichen Freude
und zur Herrlichkeit der Auferstehung.


Gebete in der Familie

Mutter, Vater sein

Vater im Himmel,
du hast uns unsere Kinder anvertraut.
Wir freuen uns, dass wir sie haben.
Wir freuen uns über alle guten Anlagen,
die wir an ihnen entdecken.
Wir freuen uns, wenn sie gesund sind
und glücklich heranwachsen.
Wir freuen uns, wenn wir miterleben dürfen,
wie sie groß werden und sich entfalten.
Wir bitten um Kraft in Krankheit und Not.

Herr, wir danken dir für unsere Kinder.
Wir wollen ihnen helfen, so zu werden,
wie du sie haben willst.
Wir bitten um Geduld,
wenn sie uns Sorgen machen.
Segne sie und lass sie von Tag zu Tag
mehr lernen, ihr Leben selbst in die Hand
zu nehmen.

Gib ihnen einen Glauben,
der ihr Denken und Tun durchringt.
Halte sie in deiner Hand,
wenn sie in Zweifel geraten
oder sich vom Glauben entfernen.
Wenn sie auf falsche Wege geraten,
dann führe sie wieder zurück.

Bleib in unserer Familie;
wir alle brauchen dich.

nach "Du in unserer Mitte", Ökumenisches Gebetbuch

Gebet für ältere Menschen

Du guter und treuer Gott,
wir danken für deinen Trost
und deinen Zuspruch.
Vieles haben wir in unserem Leben erlebt;
Gutes, das unser Leben froh und hell machte.
Schweres, das uns viel Kraft gekostet hat
und das wir trotzdem im Nachhinein
nicht missen möchten.

Hilf uns, immer neu zu lernen, loszulassen.
Das fällt uns bisweilen schwer!
Schwer ist es anzunehmen,
wie unsere Kräfte uns verlassen,
wie Krankheit unser Leben prägt.

Nicht einfach ist es, unsere Kinder
und Enkel ihr Leben leben zu lassen.
Du weißt um diese Not.
Deshalb bitten wir:
Komm uns mit deiner Güte entgegen,
damit wir all das Gute nie vergessen,
das uns geschenkt worden ist und uns auch weiterhin Tag für Tag geschenkt wird.
Komm uns entgegen,
stärke uns im Vertrauen,
dass du uns im Leben und Sterben
beim Namen rufst.
Wir versuchen, vertrauensvoll unser Leben in deine Hände zu legen,
denn da ist es gut aufgehoben.

nach Pierre Stutz

Gott, segne unser Kind,
behüte dieses junge Leben
und segne uns,
dass wir ihm das,
was es an Liebe braucht,
behutsam und verlässlich geben.
Lass es in Frieden aufwachsen
und sich frei entfalten,
und durch das Gute,
das es durch uns erfährt,
sein Leben später selbst
segensreich gestaltet.

Christa Spilling-Nöker

Danke für unsere Kinder

Guter Gott,
danke für unsere Kinder!
Je größer sie werden,
um so weniger kann ich sie begleiten.
Sie gehen eigene Wege und mir bleibt nichts,
als sie dir anzuvertrauen.
Gib ihnen gute Freundinnen und Freunde,
die sorgsam mit ihnen umgehen.
Behüte sie im Straßenverkehr,
lass sie nicht in Gefahr geraten
und niemand in Gefahr bringen.
Bewahre sie, dass sie nichts Unrechtes tun.
Gib vor allem das eine,
dass sie immer wieder gerne heimkommen,
dass sie sich auf ihr Elternhaus freuen.
Gib, dass es mir, dass es uns gelingt,
ihnen unser Heim und unsere Familie
lieb zu machen.
Gib ihnen, dass sie nicht mit Angst
an ihre Eltern und an ihr Zuhause denken,
auch dann nicht,
wenn sie Unrechtes getan haben.
Erhalte ihnen das Vertrauen,
dass unsere Tür immer offen für sie ist.
Und gib uns allen,
dass unser Heim uns daran erinnert,
dass es ein Zuhause gibt –
bei dir, in deinem Reich. Amen

Gebet für alle Lebensalter

Ich bete, Herr,
für alle Menschen aller Lebensalter,
für alle, die jung oder alt,
zueinander gehören
oder gemeinsam durchs Leben gehen.
Schenke ihnen Sorge und Achtung füreinander.
Lass sie in Liebe anstreben,
einen glücklichen Weg miteinander zu gehen

Ich bete für eine glückliche Kindheit und Jugend unserer Kinder:
Dass ihnen nichts Böses zustoße;
dass sie gerade aufwachsen
und nicht verbildet werden;
dass wir ihnen kein Ärgernis geben,
sie nicht lehren zu hassen,
sondern sie hineinführen in die Wahrheit
und dass wir den Mut finden,
einzutreten für alles Verwundbare.

Ich bete für alle jungen Menschen,
dass sie ruhig und aufrecht
mit ihren Eltern verkehren;
dass sie das Vergangene achten
und die ältere Generation nicht abschreiben:
dass sie ihren Freunden treu seien
und bereit, unsere Erde bewohnbar zu machen
für alle Menschen.

Ich bete für jene,
die in der Kraft ihres Lebens stehen,
dass sie nicht nur sich selbst suchen,
sondern immer auch das Wohl der anderen.

Dass sie, ob in der Ehe oder ehelos,
nicht einsam seien,
nicht selbstgenügsam oder abgekapselt,
sondern dass sie einander immerfort
in Freundschaft suchen –
und so zunehmen an Menschlichkeit.

Ich bete für alle,
die sich im Leben nicht zurecht finden,
für alle Unerfüllten und Gescheiterten,
dass sie ihre Hoffnung auf die Zeit setzen,
dass sie den Glauben bewahren an Gott,
der nicht will, dass wir verloren gehen.

Ich bitte für alle betagten Menschen,
um Weisheit und Offenheit.
Dass sie nicht rechthaberisch werden oder verbittern,
sondern den Jüngeren Raum zur Entfaltung lassen.

Ich bitte für alle an Jahren Alten,
dass sie nicht trostlos zurückblicken;
dass sie mit ihrer Lebenserfahrung anderen dienstbar seien;
dass sie Achtung und Zuneigung erfahren mögen.

Ich bete auch für jene,
die das Kreuz einer Krankheit tragen müssen:
um Geduld und Hingabe.
Und für jene, denen bang ist vor dem Tod:
um Licht und Glauben, um innere Ruhe und Gottes Frieden.

Ich bete für mich und meine Lieben,
dass wir durch Gottes Gnade neue Menschen werden mögen.

nach Huub Oosterhuis

Gebete für Kinder

Kindergebete

Lieber Gott,
gib mir Ohren, die hören,
und Augen, die sehen,
und ein Herz das spürt,
wenn jemand mich braucht.

*

Lieber Gott! Ich bin noch klein,
kann so vieles nicht allein.
Drum lass Menschen sein auf Erden,
die mir helfen, groß zu werden.
Die mich nähren, die mich kleiden,
die mich führen, die mich leiten;
die mich trösten, wenn ich weine...
Lieber Gott – und dieses eine:
Wenn ich es mal schlimm getrieben,
mach, dass sie mich trotzdem lieben!

*

Für das, was mir gelang,
sei dir von Herzen Dank.
Was ungeschehen blieb an Gutem,
das vergib!

*
Heute gab es Zank und Streit.
Lieber Gott, das tut mir Leid.
Gib uns zum Vertragen Mut,
dann wird alles wieder gut.
Auf der Erde ist viel Not:
Hunger, Armut, Krieg und Tod.
Lass uns, wo wir können, teilen
und die Not ein wenig heilen.
Alle Wunden, die noch brennen,
schließe zu.
Und wo wir nicht helfen können,
da hilf du.

*

Wo ich stehe, wo ich gehe,
bist du, lieber Gott, bei mir.
Wenn ich dich auch niemals sehe,
weiß ich sicher, du bist hier.

*

Wer hat die Sonne denn gemacht, den Mond und all die Sterne?
Wer hat den Baum hervorgebracht,
die Blumen, nah und ferne?
Wer schuf die Tiere groß und klein?
Wer gab auch mir das Leben?
Das tat der liebe Gott allein,
drum will ich Dank ihm geben.


Quellen:
Kürzinger, Sill, Das große Buch der Gebete
Renate Schupp, Mit Kindern beten



Lieber Gott,
das ist doch so:

Wenn Jakob in der Steppe
im Traume eine Treppe
zum Himmel führen sah,
ist das für uns ein Zeichen:
wir können dich erreichen,
der Himmel ist ganz nah.

Lieber Gott,
wie bin ich froh!

nach Silja Walter

Morgengebete

Vom Schlafe bin ich aufgewacht,
Dir, lieber Gott, sei Dank gebracht.
Lass mich heut’ gut und fröhlich sein.
Schütz alle Menschen, groß und klein.

*

Ein neuer Tag bricht an.
Die Nacht ist nun vergangen.
Herr, alles, was ich kann,
will ich mit dir anfangen.
Den Menschen helfen alle Zeit,
den Frieden lieben, nicht den Streit.
Auf allen meinen Wegen
hilf, Herr, mit deinem Segen.

*

Lieber Gott im Himmel mein,
lass mich dir befohlen sein.
Auch diesen Tag, ich bitte dich,
beschütze und bewahre mich.

*

Mein Gott, vorüber ist die Nacht,
gesund und froh bin ich erwacht.
Behüte mich an diesem Tag,
dass mich nichts Böses treffen mag.

*
Führe mich, lieber Gott,
und leite mich nach deinem Wort.
Sei und bleib du auch heute
mein Begleiter und Beschützer.
Nirgends als bei dir allein
kann ich recht behütet sein.

Tischgebete

Lieber Gott, für Speis und Trank
sagen wir dir Lob und Dank.

*

Komm, Herr Jesus, sei unser Gast
und segne, was du uns bescheret hast.

*
O Gott, von dem wir alles haben,
wir preisen dich für deine Gaben.
Du speisest uns, weil du uns liebst;
o segne auch, was du uns gibst.

*

Alle guten Gaben,
alles, was wir haben,
kommt o Gott, von dir.
Wir danken dir dafür!

*
Dank für alle deine Gaben,
Dank, dass wir zu essen haben.
Lehr mich teilen, Gott, mein Brot
mit den Menschen in der Not.

Nachtgebete

Gott, du hast mich heut bewacht.
Beschütz mich auch in dieser Nacht.

*

Müde bin ich, geh zur Ruh,
schließe beide Äuglein zu.
Vater, lass die Augen dein
über meinem Bettchen sein.

Alle, die mir sind verwandt,
Gott, lass ruhn in deiner Hand.
Alle Menschen, groß und klein,
sollen dir befohlen sein.

*

Lieber Gott, kannst alles geben,
gib auch, was ich bitte nun:
Schütze diese Nacht mein Leben.
Lass mich sanft und sicher ruhn.

*

Herr, der Tag ist nun zu Ende.
Dankend falte ich die Hände.
Du allein kannst alles geben;
schütze diese Nacht mein Leben.


Gebete für Skeptiker

Markt- und Museumsreif

Wir haben dich, den Herrn der Welt,
du Leuchtturm und Signal,
zum Bild gemacht, zu Stein entstellt
und allen Götzen zugesellt
wie Bacchus oder Baal.

Ein Heiliger und Schutzpatron
stehst du als Statue steif
in Kirchen und im Pantheon.
Wir machten dich, o Gottessohn,
markt- und museumsreif.

Die du zum Tempel treibst hinaus,
scheinheilige Händlerschar,
verkaufte dich in jedes Haus
und legt dir noch den Blumenstrauß
zu Füßen am Altar.

Im Winkel hängt dein Kreuz geweiht,
als Talisman verehrt,
damit Geld, Gut und Vieh gedeiht.
In einen Zauberer der Zeit
wardst, Heiland, du verkehrt.

Wir spannen dich vor unsern Pflug
und ackern damit schlecht,
und merken nicht in unserem Trug:
Du bist der Herr, wir nicht genug,
zu dienen dir als Knecht.

Doch keiner hat sich dir zur Fron
vergeblich unterstellt.
Dein Geist ist unser Gold und Lohn,
wir sind von dir gesegnet schon,
wenn uns dein Licht durchhellt.

Quelle:Religiöse Lyrik aus :
Der Karlsruher Bote, 1973

Mensch und Gott

Ich bin das Blatt im Wind –
Du bist der Baum,
der es ins Leben ruft,
zu grünen und zu wirken.

Ich bin das Blatt am Baum –
Du bist der Schoß,
dem es entspringt,
Du bist der Hafen,
wo es Heimkehr hat.

Ich bin ein Mensch –
und Du bist Gott.

Wohin denn ich?

Wohin denn ich? Dorthin, woher ich kam,
zu dem mir völlig unbekannten Gott?
Seit langem gehe ich den gleichen Trott,
todmüde, krank, unsicher, flügellahm.

Kommt mir das Heil zu in der Ewigkeit,
wie es das Evangelium mir verspricht?
Warum nicht jetzt schon Heil?
Überlebe ich das Warten?

Wo ist die rechte Stätte denn für mich?
Es späht nach jeder Richtung hin mein Blick.
Die Ängste sind mein großes Missgeschick.
Wohin mit mir? Zeigt noch ein Ausweg sich?

Allmählich regt ein Hoffen sich in mir.
Aus Sehnsucht, Tränen, und aus Schmerz
fließt eine Zuversicht mir in das Herz:
ich gehe in den Frieden, Gott, zu dir.

Gern säh ich all dem auf den Grund

Es dreht sich der Himmel,
es rastet die Erde,
Sonne und Mond verfolgen einander.
Wer tut dies, bewegt dies?
Wer hat sein Gefallen
am ewigen Kreisen und Drehen der Welt?

Die Wolke bringt Regen,
der Regen bringt Wolken,
Welch kindliche Güte
bringt all dies hervor?
Wer hat sein Gefallen
am Anblick der Werke?

Wind steigt aus Norden,
Wind weht von Westen,
bläst nun von Osten, nun wirbelt er auf:
Wer treibt ihn denn vorwärts?
Wer ordnet die Wege?

Gern säh ich den Schöpfer

Ich spür im Scheitel deine milde Hand

Ich preise Dich, den ewig Wunderbaren,
mit jedem Hauch,
der meiner Brust entflieht.
Mit jedem Bilde kommst Du angefahren,
das durch die Augen in die Seele zieht.

Dich rühmt die Nacht
mit heiligem Gebaren,
wenn tausendfach der Sterne Heer erblüht
und fernste Ferne noch mit neuen Scharen
unendlicher Planeten feurig glüht.

Du wölbst den Bogen
über Meer und Land.
Ich aber knie vor Deinen Urgewalten
und spür im Scheitel
Deine milde Hand.

2021 02 05 Anbetung und Gebete um Heilung

https://www.youtube.com/watch?v=RdPMUiQsayA

Die beliebtesten Taufsprüche

Gott, der Herr, wird dir seinen Engel mitschicken und deine Reise gelingen lassen.

(1. Mose 24,40)

Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein.

1. Mose 12,2

Gott spricht: Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht. Er soll dich auf dem Wegschützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe. (2. Mose 23,20)

Ich sende einen Engel, der dir vorangeht, und ich vertreibe alle deine Feinde. (2. Mose 33,2)

Der Herr ... wird mit dir sein und dich nicht verlassen. Fürchte dich nicht und sei unverzagt.

5. Mose 31,8

„Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht“

Josua 1,5b

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Psalm 23,1

Behüte mich wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel.

Psalm 17,8

Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten.

Psalm 27,1

Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit

meinen Augen leiten.“

Psalm 32,8

Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe, er wird’s wohl machen.

Psalm 37,5

Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.

Psalm 121,7

Wenn ich dich anrufe, erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft.

Psalm 138,3

Von allen Seiten umgibst du mich, und hältst deine Hand über mir.

Psalm 139,5

Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin.

Psalm 139,14a

Ich bin der Herr, dein Gott der deine Hand fasst und zu dir spricht: Früchte dich nicht, ich

helfe dir.

Jesaja 41,13

So spricht Gott: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem

Namen gerufen, du bist mein.

Jesaja 43,1

Gesegnet aber ist der Mensch, der sich auf den Herrn verlässt und dessen Zuversicht der Herr ist.

Jeremia 17,7

Jesus Christus spricht: „Siehe, ich bin bei euch, alle Tage, bis an der Welt Ende“

Mt 28,20

Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht,denn solchen gehört das Reich Gottes.

Mk 10,14

Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

Joh 8,12

Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.

Joh 10,9

Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.

1. Petrus 5,7

Da pacem Domine · Andrea Letzing · Georg Baum · Klangstein · Klaus Fessmann · Laetare

Laetare - das Ensemble

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